Sie sind hier: Schweiz     Ammann international
Nicht nur in der Versenkung im Einsatz
09. Juli 2014

Wer kennt sie nicht: die Rammax Grabenwalzen. Ursprünglich wurde ­dieser Maschinentyp 1971 von Rammax zur Verdichtung von bindigen Böden und «gewachsenem» Erdreich entwickelt. Heute aber sind Grabenwalzen Universalverdichter mit breiten Einsatzmöglichkeiten. Sie zeichnen sich durch eine enorme Verdichtungsleistung auf verschiedensten Böden aus.

 

Da Rüttelplatten nicht in der Lage waren, nasses oder lehmiges Material zu verdichten, blieben dem Bauunternehmer vor der Entwicklung der Grabenwalze lediglich zwei Wege. Zum einen konnte der wiederverfüllte Boden mit den damals noch gebräuchlichen Explosionsstampframmen zwar verdichtet werden. Diese Variante war aber äusserst zeit- und personalaufwendig. Es konnten nur dünne Lagen auf einmal verfüllt werden, und die Geräte hatten eine sehr kleine Flächenleistung.

 

Zum anderen gab es die Möglichkeit, den ausgehobenen Boden auf eine Erddeponie zu fahren und Neumaterial zu kaufen, um dieses für die Verfüllung zu verwenden. Eine sehr aufwendige Variante mit vielen Nachteilen, da das wiedereingefüllte Material andere Eigenschaften als der angrenzende Boden hatte.

 

Die Revolution aus dem Graben

Mit der Einführung der Grabenwalze ergaben sich ganz neue Möglichkeiten. Der ausgehobene Boden konnte zur Verfüllung von Gräben wiederverwendet werden. Die kompakten Maschinen hatten die idealen Parameter, um dieses Material zu verdichten. Mit niedriger Frequenz und hoher Verdichtungsleistung, in Kombination mit dem Kneteffekt der Schaffussbandagen, konnte selbst lehmiger Boden wieder verdichtet werden. Und erst noch in wesentlich kürzerer Zeit und hervorragender Flächen- und auch Volumenleistung je Stunde. Durch die völlige Seitenfreiheit konnte mit den Maschinen im Graben komplett bis an die Grabenwand gearbeitet werden.

 

Das war die Ausgangssituation bei der Einführung der Grabenwalzen und gleichzeitig der Grund für ihren raschen weltweiten Erfolg. Nachdem 1984 die erste per Infrarot ferngesteuerte Grabenwalze der Weltöffentlichkeit gezeigt wurde, musste ab diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr ein Bediener im Graben die Maschine führen, sondern konnte sie bequem und sicher vom Grabenrand steuern.

 

Über die Jahre fanden die Nutzer immer mehr Anwendungen für diesen Maschinen­typ, indem sie sich die sehr speziellen Eigenschaften zunutze machten. So wurden Bauwerkhinterfüllungen ebenso mit Grabenwalzen verdichtet wie Verfüllungen an Brückenfundamenten. Über die Jahre ­sollte die Maschine immer mehr und sehr unterschiedliche Verdichtungsaufgaben übernehmen. Sie sollte im angestammten Terrain, den schweren, nassen Böden, extreme Verdichtungsaufgaben lösen. Gerne wollte man diese kompakten und zumeist ferngesteuerten Maschinen zudem auch auf Misch- oder sogar sandigen Böden einsetzen. Die Maschine sollte demnach als Universalverdichter verwendet werden können.

 

Zwei Maschinenkonzepte für jede Anwendung

Durch die sehr umfangreichen, aber auch sehr unterschiedlichen Anforderungen der weltweiten Nutzer entschied Ammann 2007, die Bandbreite der Einsatzgebiete mit zwei unterschiedlichen Maschinenkonzepten abzudecken. Die Nachfolgerin der «Mutter aller Grabenwalzen», die panzergesteuerte Rammax 1585, ist heute die leistungsstärkste Grabenwalze am Markt. Mit 86 kN Verdichtungsleistung bei 30 Hertz Frequenz erzielt sie hervorragende Verdichtungswerte auf schwersten Böden. Die Panzersteuerung ermöglicht 360°-Drehungen auf der Stelle und somit auch hervorragende Beweglichkeit in abgewinkelten Gräben. Auch können Unebenheiten mit diesem Steuerungskonzept sehr einfach egalisiert werden.

 

Ihre «Schwester» ist die ganz neue knickgelenkte Rammax 1575. Mit reduzierter Schlagleistung von 75/38 kN in Kombination mit einer höheren Frequenz von 41 Hertz erweitert sie das Einsatzgebiet der klassischen Grabenwalzen hin zu, für Grabenwalzen ursprünglich eher untypischen, Verdichtungsaufgaben. Mit ihr können auch sandige oder schottrige Materialien verdichtet werden. Die Knick-Pendellenkung ermöglicht ein ruhiges Laufverhalten und permanenten Kontakt zum Untergrund. Damit ist eine homogene Verdichtung und eine gute Traktion jederzeit gewährleistet. Auch bleibt der Schwerpunkt durch das Ausbalancieren von Vorder- und Hinterwagen beim Pendeln in der Maschinenmitte und die Maschine kippt nicht so leicht zur Seite.

 

Beiden Maschinekonzepten gemein ist die extrem sichere ­Infrarot-Fernsteuerung. Der Bediener steuert aus sicherer Entfernung und somit vor Lärm und ­Gefahren geschützt. Verliert er den Sichtkontakt, bleibt die Maschine augenblicklich ­stehen. Ein sicheres Arbeiten ist somit für das gesamte Baustellenpersonal garantiert, Fehlbedienung oder Missbrauch wird ausgeschlossen.